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Drums durchsetzungsfähig mischen!

May 08, 2022

Drums spielen in der Rock- und bei Singer-Songwriter-Musik ein ganz zentrales Element. Die Schwierigkeit liegt darin, die einzelnen Schlagzeug-Elemente als eine Einheit, als ein Instrument klingen zu lassen.

Oft setzt sich das Schlagzeug jedoch nicht richtig durch und allzu laut darfst du es auch nicht machen, sonst deckt es die restlichen Instrumente zu. Ein cooler Trick ist es, die Drums parallel zu bearbeiten.

Bei Mischen des Tracks «We got what we need» des Sängers Julian Joist hatten wir genau dieses Problem. Um den Drums nun genug «Punch» zu geben, habe ich mich entschlossen sie zu verzerren. Natürlich nicht auf der Drum-Spur als Insert-Effekt, sondern parallel über einen Bus.

Eine Verzerrung besitzt jedoch einen Nebeneffekt. Er wirkt wie ein Kompressor und verlängert dadurch die Sounds und bringt den Raum in den Vordergrund.

Deshalb musste ich einen Trick anwenden. Ich habe vor der Verzerrung einen Transienten Designer eingesetzt, und ihn fast wie ein Noise Gate eingestellt. Zudem musste ich nach der Verzerrung mit einem Equalizer die Frequenz anpassen, damit der Klang des Schlagzeugs nicht vom Original abwich.

Im folgenden Video zeige ich dir, wie genau vorgegangen bin:

 

 

Diese Plugins habe ich bei dieser Technik verwendet:

 

Sonnox Envolution

Der Sonnox Envolution ist ein frequenzabhängiger Transienten Designer. Das heisst, du kannst bestimmen, im welchen Frequenzbereich er eingreifen soll. Ist deine Kick zu lasch, dann kannst du nur die Bässe durchsetzungsfähiger machen, ohne gleichzeitig die Hihats oder die Snare zu beeinflussen.

Ich benutze ihn sogar manchmal beim Mastering, wenn gewisse Elemente im Mix zu lasch sind und mehr Punch benötigen.

 

Universal Audio RAW

 

Das RAW Overdrive ist im Grunde genommen ein Gitarren-Verzerrer. Doch einer der ganz guten Sorte. Selten habe ich auf Plugin-Basis einen solch musikalischen Verzerrer gehört. Das ist auch der Grund, weshalb ich ihn oft auch missbrauche. In diesem Fall benutzte ich ihn für Drums.

Doch du kannst auch den Bass damit sehr gut verzerren. Setze ihn auf einen Send Bus, schneide dem Signal die Bässe ab und setzte den RAW danach auf den Bus. Nun mischst du ihn je nach Geschmack dem originalen bass-Signal hinzu.

Manchmal benutze ich ihn auch für Stimmen, denn er gibt dann den Vocals einen Low-Fi Charakter.

 

Oxford EQ

 

Der Oxford EQ von Sonnox ist einer meiner meist verwendeten EQs. Obwohl er schon langsam in die Jahre gekommen ist, hat er einen cleanen Sound und sehr gute Algorithmen. er ist nebst dem MDWEQ einer meiner liebsten EQ-Plugins.

 

Parallele Prozesse, ein selten angewandter Trick!

Parallele Effekte kennst du vor allem von Hall und Delay Plugins. Doch auch Distortions, Kompressoren, Chorus, Flanger und viele weitere Plugins kannst für die parallele Bearbeitung einsetzen.

Je länger, je öfters setzt ich auf parallele Prozesse, denn der Vorteil legt darin, dass das Originale Signal mit all seinen Transienten und seiner Dynamik erhalten bleibt. Somit klingen sie weniger bearbeitet und bleiben natürlich und fassbar.

Experimentiere damit! Ich bin sicher du findest viele weitere coole Tricks, wenn du deine Effekte parallel einsetzt.

 

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