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Serielle Kompression – einfach musikalisch komprimieren

mastering mixing May 01, 2020
Serielle Kompression – einfach musikalisch komprimieren

Serielle Kompression – In diesem Artikel zeige ich dir eine Technik mit der du sehr dynamisches Material musikalisch komprimierst. Dazu brauchst du sogar zwei Kompressoren.

Oft haben Stimmen oder echt aufgenommene Schlagzeuge sehr grosse Lautstärkeunterschiede. Diese kriegst du bekanntlich mit einem einzelnen Kompressor in den Griff. Doch manchmal lohnt es sich auch zwei Geräte in Serie hintereinander zu schalten. Das nennt sich Serielle Kompression.

 

Einfache Kompression

Im ersten Beispiel benutze ich einen 1176LN Kompressor mit einer Ratio von 8:1. Der 1176 ist ein Klassiker, den ich sehr oft benutze. Er hat eine schnelle Einschwingzeit und greift das Signal aggressiv an. Das verhindert zuverlässig Übersteuerungen und Lautstärke-Ausreisser, doch manchmal klingt er einfach zu hart.


1176LN Kompressor, Ratio 8:1

Du hörst wie das Signal bearbeitet wird, du spürst die Arbeit des Kompressors. Das missfällt mir oft. Bei einem Schlagzeug ist das manchmal sogar erwünscht, aber bei einer Stimme möchte ich das Klangbild so natürlich wie möglich halten. Deshalb teile ich die Arbeit des Kompressors auf zwei Units auf.

 

Die serielle Kompression

Beim zweiten Beispiel benutze ich ebenfalls einen 1176 Kompressor, jedoch mit einer Ratio von 4:1. Den Ausgang des Kompressors route ich direkt in einen LA-2a Opto-Kompressor. Dieser hat eine sehr langsame Ein- und aus Ausschwingzeit und eine fixe Ratio von 2:1. Den 1176 Kompressor stelle ich so ein, dass er knapp die lautesten Spitzen des Audiosignals bearbeitet. Somit erzeuge ich ein konstanteres Signal und der zweite Kompressor muss nicht so stark arbeiten.


1176LN Kompressor, Ratio 4:1 LA 2a Opto Kompressor

Falls dir weder 1176 und LA-2a Kompressoren zur Verfügung stehen, benutzt du einfach zwei Kompressoren mit verschiedenen Eins- und Ausschwing-Zeiten. Den einen stellst du schnell ein, mit dem anderen arbeitest du mit einer langsamen Attack- und Release-Zeit.

Was du dabei beachten musst: Wenn du zwei Kompressoren in Serie arbeiten lässt, multiplizieren sich die Ratios. Wenn nur der 1176LN arbeitet, wird das Signal in einem Verhältnis von 4:1 komprimiert, wenn der Opto-Kompressor arbeitet nur mit 2:1. Sobald jedoch beide Kompressoren die aktiv sind, springt die Ratio auf 8:1.

Mit dieser Technik erzeugst ein sehr musikalisches Klangbild, weil du eine Input-abhängige Ratio erstellst. So wie bei Vari-Mu Kompressoren.

Spezielle Units

Es gibt auch Prozessoren die zwei Kompressoren in einem Unit verbinden. Sehr bekannt ist der Neve 33609, der aus einem Limiter und einem Kompressor besteht. Ein Limiter ist ja auch ein Kompressor, einfach mit einer sehr hohen Ratio und einem sehr schnellen Attack.


Neve 33609 Kompressor & Limiter

Ein zweiter Vertreter ist der Shadow Hills Mastering Compressor, der aus einer Opto- und einer FET-Einheit besteht. Also genau dieselben Typen von Kompressoren, die wir in unserem Beispiel verwendet haben. Der Unterschied besteht darin, dass der Shadow Hills zuerst den Opto-Kompressor einsetzt und danach den FET Kompressor.


Shadow Hills Mastering Compressor

 

Fazit

Die serielle Kompression wende ich in fast jedem Projekt an. Beim Mastering schalte ich sogar 3 Kompressoren in Serie. Ich kann mit dem Attack und Release arbeiten und somit Einfluss auf das Frequenzbild nehmen. Mit einer richtig eingestellten Kompression kannst du dir manchen Equalizer sparen.

 

Trulli


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